Selbstwirksamkeit

& Erfolg

Was bedeutet es, in der heutigen Gesellschaft und Zeit Frau zu sein?

 

Es wäre vermessen, diese Frage mit Rezepten zu beantworten, denn für jede Frau sieht der Weg anders aus - abhängig davon, woher sie kommt, wo sie im Moment gerade ist und wohin sie gehen will. Für mich ist es eine Reise zu mir

und mit mir - und etwas Spannenderes gibt es wohl kaum. 

 

Selbstwirksamkeit und Erfolg haben ganz viel damit zu tun, ob ich an persönlichem Wachstum interessiert bin und den Mut habe, meine Lebenskraft für mich selbst zu nutzen. Wachstum geht uns alle an, egal ob wir in einer Beziehung sind, ob wir jung oder alt sind, was wir beruflich machen und welchen gesellschaftlichen Status wir haben. Wenn wir uns tatsächlich eine Veränderung in Alltag, Beruf und Beziehungen wünschen, dann müssen wir alle eigene neue Erfahrungen über unseren Körper, Gefühle und Gedanken sammeln. 

Wie lange dauern Veränderungen?

Längerfristige Veränderungen benötigen bis zu drei Monate. Insbesondere wenn wir mit dem Körper arbeiten, damit er neue Ideen und Impulse aufnehmen kann. Dabei geht es nicht um Druck, ausüben, sondern um spielerisch leicht und voller Neugier sich selbst neu zu begegnen. Die Erfahrung zeigt, dass es besser ist, jeden Tag fünf Minuten Zeit für Selbsterfahrung einzusetzen, als einmal pro Woche zwei Stunden. Und am besten auch keine Zeit verlieren, ob wir jetzt gerade Lust haben oder nicht. Einfach tun und ausprobieren.

 

Unsere Gedanken sind mächtig und kreativ. Denn durch sie erschaffen wir unsere Wirklichkeit, an die wir glauben – die Energie folgt den Gedanken. Die Kraft der Gedanken können wir für uns nutzen. Dafür müssen wir uns zunächst bewusst darüber werden, was wir denken, und welche Prägungen und Muster dahinterstehen. In einem zweiten Schritt geht es darum, welche Gedanken will ICH unterstützen und welche nicht. 

Wir können die Opferrolle durchbrechen, indem wir Räume und Beziehungen suchen, die uns in der Würde und Kraft des Frauseins unterstützen und nähren. 

Irina Katinka Horvath

Was dich daran hindert, dein Frausein voll zu leben: 

Als Kind haben wir uns selbst mit allem von uns unmissverständlich zum Ausdruck gebracht, egal, wie dies von unserer Umgebung aufgenommen worden ist. Doch dann haben wir gelernt, mit welchen Gefühlen wir willkommen sind und mit welchem nicht. Und wir haben uns zurückgenommen, nicht mehr so wild und spontan zu sein. Mit der Zeit haben wir gelernt, dass wir das, was wir wollen, nicht bekommen können. Demzufolge gehen wir, um Enttäuschungen zu vermeiden, unseren Leidenschaften und Wünschen nicht mehr nach. Wir weichen dem Risiko aus und entscheiden uns für ein kalkulierbares Leben. Dieses Leben ist jedoch oft nicht viel mehr als ein Funktionieren. Es ist auf weiten Strecken ein Leben in der Mittelmässigkeit. All diese Gefühle, die wir gelernt haben zu unterdrücken und nicht zu zeigen, blockieren unsere Lebensenergie und damit unseren spontanen Ausdruck. 

Trotz der offensichtlichen äusseren Veränderungen, die dank der Frauenbewegung und Emanzipation stattgefunden haben, verhalten wir uns in vielen Bereichen (noch nicht) wie Meisterinnen unseres Lebens. Es sieht immer noch so aus, als hätten wir das Gefühl vom «Opferdasein» sozusagen mit der Muttermilch eingenommen. Wenn äussere Einschränkungen wegfallen, übernehmen meistens unsere inneren Kontrollinstanzen diese Funktion. Verinnerlichte Instanzen arbeiten in der Regle sehr subtil. So ist es eine Herausforderung, sich selbst immer wieder einer Realitätsprüfung zu unterziehen: Lebe ich mein Potenzial? Lebe ich meine Wahrheit, meine Körperlichkeit, mein Frausein? 

 

Was es braucht, um aus der Opferrolle auszusteigen:

Wir brauchen viel Kraft und Mut, aus der Opferrolle auszusteigen und das eigene Leben in die Hand zu nehmen. Wir müssen ein gesundes Selbstbewusstsein haben, wenn wir uns für die eigene Grösse und Schönheit entscheiden. Und wir sollten akzeptieren, dass es im Leben jeder Frau Ereignisse gibt, die weder erklärt noch verändert werden können. Es geht darum zu verzeihen – uns selbst, den Menschen, die uns verletzt haben, und dem Leben, das uns Schmerz zugefügt hat. 

 

 

Unsere Realität erschaffen wir uns selbst: Überlassen wir unser Leben dem Zufall, wird eine unbewusste Reaktion von der nächsten abgelöst. Wenn wir reagieren, handeln wir nach einem Programm aus der Vergangenheit. Wir beurteilen und bewerten die Erfahrungen, die wir gerade machen und suchen in unserem Erinnerungsspeicher nach einer gleichen oder ähnlichen Erfahrung, um dann genau so zu handeln wie das letzte Mal.  

Was braucht es, um mich selbst zu ermächtigen?

Wollen wir echt uns selbst ermächtigen, müssen wir diesen Kreis der Wiederholungen durchbrechen und zunächst eine bewusste Entscheidung fällen und diese dann auch in die Tat umsetzen. Wir brauchen Disziplin, uns immer wieder an die Entscheidung zu erinnern und am Ball zu bleiben. Nur so schaffen wir uns die Gegenwart, die auf unserer jetzigen Wahrheit basiert. Es ist deshalb wichtig, ein Bild von sich selbst zu haben: Wer will ich sein? Was will ich erreichen? Welche Prioritäten setze ich in meinem Leben? Wenn uns die Antworten klar sind, sind wir dazu aufgefordert, dieses innere Wissen umzusetzen und durch entsprechendes Handeln in eine Form zu bringen, uns zu gebären und somit zum Leben zu erwecken. 

Frausein heisst, sich der eigenen Werte bewusst zu sein. Uns in allen Formen und das ganze Farbenspiel des eigenen Wesen zu akzeptieren und auszudrücken. Frausein heisst, im Prozess zu sein und die eigene Körperlichkeit, Sinnlichkeit, Kraft, Macht und Lebendigkeit auszudrücken. Es heisst auch, eine Wahl und einen freien Willen haben. Niemand ausser uns selbst, kann uns unseren Wert zugestehen. 

Was wollen wir aus tiefstem Herzen?

Das Leben lädt immer wieder zum Rückzug und zur Überprüfung dessen ein, was gerade ansteht. Was ist aus meiner Seele geworden? Was droht abzusterben, wenn ich so weitermache wie bisher? Welche Wünsche habe ich begraben? Wie steht es um meine Liebesfähigkeit, um meine Wildheit? Welche Verbindung habe ich zu meinem Wesenskern?

 

Zu den wichtigsten Lebensaufgaben überhaupt gehört es, unterscheiden zu lernen. Oft bedeutet das, immer wieder zu verzichten und abzuwarten, bis sich das anbietet, was wir aus tiefstem Herzen wollen. Denn die Schlüsselfrage lautet: Worauf habe ich Hunger? Was will ich wirklich? 

Es  bringt vielmehr Erleichterung, wenn du dich mit den Gefühlen verbindest, nach denen du dich zutiefst sehnst – mit dem Zustand, in dem du dich immer fühlen möchtest. Wenn alles eng wird und sich überhaupt kein Ausweg mehr erkennen lässt, dann ist die Frage hilfreich: Wonach sehne ich mich wirklich? Dabei geht es nicht darum, das, was gerade passiert zu leugnen, oder sich in Tagträumen über die Zukunft zu verlieren, sondern es geht darum, sich mit der immer präsenten inneren Sehnsucht zu verbinden. 

«Sehnsucht, ganz gefühlt, führt uns nach Hause».

Tara Brach, Mit dem Herzen eines Buddha

«Sehnsucht ist alles andere als belanglos.

Sie ist der Kontaktpunkt zwischen dir und dem,

was grösser ist als du. Keine Sehnsucht ist sinnlos oder unbedeutend. 

Wenn sie dich wirklich anzieht, 

und sei es nur ein bisschen, dann zieht sie damit alle an.

Sehnsucht kommt aus dem Raum des Göttlichen,

von dort wo die Inspiration für deine Sehnsucht liegt.

Jede Sehnsucht ist von enormer Bedeutung und hat wichtige 

Konsequenzen, weshalb sie deine Aufmerksamkeit verdient.»

 

MAMA GENA

Kleine, bewusste Handlungen, die von deiner wahren Sehnsucht inspiriert sind, erschaffen das Leben, das du dir wünschst. Wenn du dich nicht so fühlst, wie du dich fühlen möchtest, dann genügt manchmal schon eine ganz kleine Geste, um deinen Zustand zu verändern. Es geht darum, ganz einfache, natürliche Dinge zu tun, die im Einklang mit deinen Herzenswunsch-Gefühlen sind. Diese kleinen, regelmässigen Dinge werden dein Leben nicht von heute auf morgen verändern, aber sie können eis Tag für Tag ein bisschen besser machen. 

 

Wir brauchen Ziele mit Seele. Und wir müssen sie auf positive, lebensbejahende Weise verfolgen. 

Stell dir vor, du hast keine festen Ziele mehr, sondern es gibt Dinge, die du gern erfahren und erleben möchtest. Weil das einen Unterschied macht. Nämlich ob du für deine Ziele dich sinnlos abmühst, oder ob du dich auf erfreuliches für deine Seele konzentrierst. In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Bedingungen für uns Frauen in der westlichen Welt stark verändert. Wir werden mit anderen Themen in unserem Frausein konfrontiert als unsere Ahninnen. Es geht weniger um einen Überlebenskampf, denn die meisten von uns sind nicht mehr übermüdet und erschöpft durch eine anstrengende körperliche Arbeit. 

 

Wir haben viele Möglichkeiten, unserem Leben den Ausdruck zu geben, den wir als wichtig erachten. Wir können heute selber entscheiden, welche Lebensbereiche wir besonders unterstützen wollen. Setzen wir bewusst Prioritäten für unseren Lebensweg und unsere Beziehungen? Machen wir unseren Beruf zu unserer Berufung? Wollen wir eine Familie gründen? Wollen wir Beruf und Familie unter einen Hut bringen? 

 

Sehnsucht setzt voraus, dass wir etwas tun können, um sie zu erfüllen; 

Handlung setzt voraus,

dass es ein Ziel gibt, das es wert ist. 

Ayn Rand

Die Zeit ist reif, dass wir unser Frausein so gestalten, wie es für uns stimmt! 

Indem wir unsere Eigenart erhalten und dabei unabhängig von äusseren Bestätigungen werden, stärken wir unser Selbstwertgefühl. 

Wir sind das, was wir denken. Indem wir unser Denken bewusst fokussieren, können wir es in die von uns selbst gewünschte Richtung lenken anstatt mit unseren Gedanken wie ungestüme Wildpferde durch den riesigen Raum unserer persönlichen Erlebniswelt zu galoppieren, wo die Gedanken machen, was sie wollen. 

Indem wir beginnen täglich, einen bewussten Fokus achtsam wahrzunehmen und zu denken, können wir uns anders fühlen. Und wenn wir uns anders fühlen, handeln wir anders. Und das fühlt sich wiederum gut an. 

Achtsame Dankbarkeit und das tragen von Zukunftswünschen bei sich, und sich in der Gegenwart freuen, dass sich deren Erfüllung bereits anbahnt, geben dem Leben eine Richtung. 

 

Erfolg zu generieren bedeutet, die Fülle von Möglichkeiten zu kennen, die Wunsch- und Zielerreichung auf erfrischende und spielerische Art begünstigen. Dabei geht es darum, die Aufmerksamkeit so intensiv wie möglich mit Verantwortung auf Umfeld und Umwelt sowie auf die eigenen Potenziale zu fokussieren. Auf diese Weise entsteht ein Magnetfeld der Wunscherfüllung. Einer meiner grössten Wünsche ist es, einen Beitrag zu leisten, dass möglichst viele Frauen Klarheit darüber erlangen, was sie sich für ihr Leben wünschen, was ihre Herzensanliegen sind, wie sie ihre Potenziale ausschöpfen können und wie sie dies bestmöglich erreichen können. Dabei geht es um Leichtigkeit. Und Mut, Unerwünschtes loszulassen. 

Wobei dir eine regelmässige Morgenroutine hilft:

Sich etwas zu wünschen klingt leichtfüssiger, als beharrlich ein Ziel zu verfolgen. Deshalb: wie kannst du eine Routine in deinem Alltag einbauen, bei der du dich regelmässig hinsetzt und aufschreibst, was in Bezug auf deine Wünsche und Herzensanliegen gut und was weniger gut gelungen ist, im Sinne einer Selbsteinschätzung, um die eigenen Fortschritte zu reflektieren und um dich an dein grosses Potenzial zu erinnern? Dabei die Kraft der kleinen Schritte erleben und immer ein Stückchen mehr zu dir selber finden. 

 

Was Wunscherfüllung mit Selbstwirksamkeit zu tun hat: 

Echtes Leben bedeutet: deine eigene Sache zu machen, dich um deine Herzensangelegenheiten zu kümmern. Doch vielfach ist in unseren Köpfen der Glaubenssatz gespeichert, dass Menschen, die über ihre eigenen Wünsche nachdenken und über deren Erfüllung sprechen, als Egoisten oder als selbstbezogene Vertreter der Ellenbogengesellschaft gelten. Also ernsthaft über seine eigene Sache, über seine innersten Wünsche nachzudenken, gilt in den Augen vieler nicht unbedingt als ehrenwert. Auch nicht in unseren eigenen Augen. Hingegen gilt der Einsatz für die anderen, die Gesellschaft, die Firma, die Familie, die Freunde, den Verein, das Gemeinwohl immer als gut, edelmütig und selbstlos. Eine solche Einstellung ist bestimmt lobenswert. Sie kann uns jedoch dabei im Weg stehen, unsere Zukunft individuell und nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten. Es ist höchste Zeit, dass wir insbesondere uns Frauen mit unserem Selbst und mit unseren Wünschen beschäftigen. 

Welche Rolle möchtest du in deinem Leben, in dieser Zeit und in unserer Gesellschaft wirklich ausfüllen?

 

Um diese Frage beantworten zu können, kommen wir nicht darum herum, uns mit uns selbst zu beschäftigen - ganz selbstbezogen. Damit wir uns selbst bestimmen können, seine eigene Sache auf seine eigene Weise machen kann, sich seine Wünsche erfüllen kann, braucht es Selbstbesinnung. Dabei geht es darum, bewusst hinzusehen, was wir tagaus tagein selbst- oder fremdbestimmt tuen. Dieser aufrichtige Blick braucht Mut. Denn es gibt möglicherweise Dinge, die uns nicht gefallen. Vielleicht ist die Liste mit fremdbestimmten Aktivitäten zu voll. Oder dir gefällt insgesamt nicht, was du aufgelistet hast, da sie sich vor allem um Routinetätigkeiten drehen. Routine ist rasch langweilig und geht meistens einher mit Verpflichtungen. Aber auch vielen bereits gemachten Erfahrungen, denn Routine stellt sich erst nach einer gewissen Zeit des wiederholten Tuns ein. 

 

Egal, wie es rauskommt: Leicht ist es nicht, zu entscheiden, wie du wirklich leben willst. Aber es lohnt sich darüber nachzudenken, was denn nun eigentlich die eigene Sache ist. Denn sonst erfüllt frau sich vielleicht viel zu schnell oder unbewusst die Wünsche der anderen und nicht die eigenen. 

 

Selbstbestimmung und die darauf resultierende Selbstwirksamkeit, im eigenen Leben etwas bewirken zu wollen, lässt sich nicht befehlen oder verordnen. Sondern sie geschieht aus freiem Willen heraus. Wer seine eigene Sache machten will, muss in erster Linie wissen, wer er ist und was er will. Ausserdem hilft es, mit sich selbst gut auszukommen. Wir tun gut daran, uns in Selbstliebe zu üben, die nicht von der Meinung anderer abhängig ist. 

 

Die Frage, die wir uns im Zusammenhang mit selbstbestimmter Wunscherfüllung stellen können, lautet: 

Was ist für mich ganz persönlich sinnvoll? 

 

Was für jede Einzelne sinnvoll ist, darf jede Frau für sich selbst herausfinden. Hierbei ist es nicht ganz einfach, bei sich selbst zu bleiben und sich nicht von den vielfältigen Erwartungen der anderen beeinflussen zu lassen. 

 

Selbstwirksamkeit und Erfolg zu leben, bedeutet nicht, ein selbstverwirklichtes Leben auf Kosten anderer zu leben, sondern vielmehr um eine Erfüllung der Persönlichkeit. Seine Begabungen und Fähigkeiten zu leben. Sich dabei auch zu organisieren, sich selbst zu führen. 

 

Hast du Lust auf die Reise zu mehr Selbstbestimmtheit, Selbstwirksamkeit und Erfolg? Auf eine spannende Reise, auf der du selbst und deine Wünsche die Hauptrolle spielen? Auf eine Reise für erwachsene, bewusste Frauen oder für Frauen auf dem Weg dahin? Auf eine Reise, auf der du dich selbst besser kennenlernen wirst? Auf der es darauf ankommt, herauszufinden, was du dir für dein Leben wirklich wünschst? Auf eine Reise, bei der du auf Unerwartetes stossen wirst und welche dir ziemliche sicher eine Menge Spaß machen wird? 

Dann lade ich dich ein, einen Ausflug in dein innerstes Selbst zu unternehmen. Für den Moment alle vermeintlichen Erwartungen – deine eigenen und die von anderen – zur Seite zu stellen. Bereit?

 

Irina Katinka Horvath  

«Wesentlich für die Kunst des Lebens ist die Fähigkeit, voll und ganz im Moment zu leben, sich auszudrücken, eine reife Beziehung zur Vergangenheit zu entwickeln und mit den gegensätzlichen Kräften in und um uns herum zu «tanzen».  
Daria Helprin, Was der Körper zu erzählen hat